Paul Nieman (* 9. Juni 1950 in Hampstead, London) ist ein britischer Posaunist, der insbesondere im Bereich des Avantgarde Jazz bekannt wurde.
Paul Nieman, Sohn des Komponisten Alfred Nieman, studierte zunächst am Polytechnischen Institut in Chiswick. In dieser Zeit spielte er auch im
National Youth Jazz Orchestra. Danach studierte er von 1969 bis 1972 an der
Guildhall School of Music und arbeitete mit führenden Jazz- und Rockmusikern der englischen Szene, wie mit
Mike Westbrook (auf
Metropolis, 1971),
George Harrison, dem
London Jazz Composers’ Orchestra, wo er auf dem Album
Ode von 1972 zu hören ist, sowie
Paul Rutherford, an dessen Produktion
Sequences 72 & 74 er mitwirkte. Ferner arbeitete er mit
John Surman,
Keith Tippett,
Stan Tracey,
John Dankworth,
Gil Evans,
Diana Ross und der Formation
Soft Machine. Daneben spielte er auch klassische Musik, insbesondere frühe Musik.
Bis 1999 war er als Posaunenlehrer an der
Guildhall School of Music tätig. Nieman gründete gemeinsam mit
Steve Lodder eine eigene Band namens
Elephant, für die er auch komponierte. Im Bereich der frühen Musik trat er bis 1999 mit den Ensembles
His Majesty’s Sagbutts and Cornetts,
The New London Consort und
The Gabrieli Consort. Er arbeitete aber auch mit den Orchestern von
John Eliot Gardiner. Inzwischen lebt er in Brighton, wo er als Musiker und Musikpädagoge aktiv ist.
Nach
Ian Carr ist Niemans Stil als Posaunist von
Jimmy Knepper,
Jack Teagarden und
Bob Brookmeyer beeinflusst, ferner von
Mingus, den
Brecker Brothers und
Stockhausen.